6 Minuten LesezeitVeröffentlicht am 29. September 2026Von Grischka Nimz & Jean-Michel Nimz
Die Anzeichen
Ein Punkt allein ist selten ein Grund für einen Neubau. Treffen mehrere zu, lohnt es sich, genauer hinzusehen:
- Auf dem Handy eine QualWinzige Schrift, Knöpfe, die man mit dem Daumen nicht trifft, Inhalte, die seitlich aus dem Bild ragen. Bei vielen Betrieben kommt heute mehr als die Hälfte der Besucher vom Handy – und die gehen, statt zu zoomen.
- LangsamSteht der Hauptinhalt am Handy erst nach vier, fünf Sekunden, sind viele Besucher schon wieder weg. Google selbst setzt die Grenze für „gut“ bei zweieinhalb Sekunden.
- Technik ohne UpdatesEin Redaktionssystem, das seit Jahren nicht aktualisiert wurde, Plugins, die niemand mehr pflegt, Server-Software ohne Sicherheitsupdates. Das ist kein Schönheitsfehler, sondern ein offenes Fenster.
- Sie können nichts selbst ändernJede neue Öffnungszeit braucht die Agentur oder den Bekannten, der die Seite damals gebaut hat. Also bleibt sie, wie sie ist.
- Die Seite zeigt den Betrieb von vor fünf JahrenNeue Leistungen, ein anderes Team, ein größeres Einzugsgebiet – und die Website erzählt noch die alte Geschichte.
- Besucher ja, Anfragen neinDie Seite wird gefunden, aber niemand meldet sich. Meist fehlt ein klarer Weg zum Kontakt, oder es wird nicht deutlich, was Sie eigentlich anbieten.
Wann eine Überarbeitung reicht
Wenn das Fundament stimmt – aktuelle Technik, am Handy brauchbar, halbwegs schnell –, ist ein Neubau oft nicht nötig. Neue Texte, bessere Fotos, eine zusätzliche Seite für die neue Leistung, ein klarer Weg zum Kontakt: Das ist Arbeit an der bestehenden Seite und kostet einen Bruchteil.
Auch viele Einzelprobleme lassen sich gezielt beheben: Schriften von Google auf den eigenen Server holen, Impressum und Datenschutzerklärung auf Stand bringen, die Ladezeit verbessern (ab 390 €). Dafür baut niemand ein neues Haus.
Als Faustregel: Treffen mehrere der Anzeichen oben zu und betrifft eins davon die Technik, ist ein Neubau meist günstiger als dauerhaftes Flicken. Geht es nur um Inhalte und Aussehen, reicht die Überarbeitung.
Wir arbeiten auch an Seiten, die jemand anderes gebaut hat. Bevor Sie etwas beauftragen, schauen wir kostenlos drauf und sagen Ihnen, ob sich Weiterbauen lohnt – auch dann, wenn die ehrliche Antwort „kein Neubau“ lautet.
Was ein Relaunch kostet
Ein Relaunch ist ein Neubau und kostet ungefähr dasselbe: bei uns ab 1.490 € für eine Seite mit einem klaren Ziel, ab 2.990 € für den vollständigen Auftritt mit eigener Seite je Leistung.
Günstiger wird es, wenn sich Brauchbares übernehmen lässt: Texte, die noch stimmen, gute Fotos, eine Struktur, die sich bewährt hat. Mehr Arbeit macht es, wenn viele alte Seiten einzeln umgezogen und umgeleitet werden müssen oder die Inhalte erst aus einem alten System herausgeholt werden müssen.
Rechnen Sie außerdem mit Ihrer eigenen Zeit: Irgendjemand muss entscheiden, was bleibt, was geht und was neu dazukommt. Das kann Ihnen niemand abnehmen.
So bleibt Ihr Google-Ranking erhalten
Das größte Risiko eines Relaunches ist nicht das Design, sondern der Moment der Umstellung. Google kennt Ihre alten Adressen – verschwinden sie ersatzlos, fängt Ihre Seite in der Suche praktisch von vorn an. Das lässt sich vermeiden:
- Bestand aufnehmenWelche Adressen gibt es heute, und welche davon bringen Besucher? Die Antwort steht in der Google Search Console unter „Leistung“. Diese Seiten verdienen besondere Sorgfalt.
- Jede alte Adresse umleitenDauerhaft (Status 301) auf die neue Seite zum selben Thema – nicht pauschal auf die Startseite. So gibt Google das, was es über die alte Seite weiß, an die neue weiter.
- Inhalte, die gefunden werden, nicht wegwerfenEine Seite, die heute für einen wichtigen Suchbegriff vorne steht, behält ihr Thema und wird besser, nicht kürzer.
- Nach dem Start genau hinsehenDie neue Sitemap in der Search Console einreichen und vier bis acht Wochen lang beobachten, ob Fehlerseiten auftauchen. Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal.
Die meisten Relaunches, nach denen „uns Google nicht mehr findet“, scheitern an fehlenden Umleitungen – nicht am neuen Design. Fragen Sie jeden Anbieter vorher, wie er damit umgeht.
Der richtige Zeitpunkt
Nicht mitten in der Hauptsaison. Von der Zusage bis zum Start vergehen meist zwei bis sechs Wochen, und in dieser Zeit sind auch Sie gefragt: Texte freigeben, Fotos liefern, Entwürfe ansehen. Planen Sie den Relaunch in eine ruhigere Phase – und so, dass danach noch ein paar Wochen bleiben, bevor die Anfragen wirklich zählen.
Die alte Seite sollte bis zum Umschalten online bleiben. Die neue entsteht besser auf einer eigenen Testadresse, wo Sie alles in Ruhe am Rechner und am Handy ansehen können. Umgeschaltet wird erst, wenn Sie zufrieden sind.