6 Minuten LesezeitVeröffentlicht am 5. September 2026Von Grischka Nimz & Jean-Michel Nimz
Die ehrliche Antwort zuerst
Eine App ist kein besserer Kanal, sondern ein anderer. Eine Website erreicht jeden, der einen Link anklickt. Eine App erreicht nur den, der sich vorher entschieden hat, Platz auf seinem Telefon herzugeben – und diese Hürde ist hoch.
Der Unterschied entscheidet sich an der Wiederholung. Etwas, das jemand einmal braucht, gehört auf eine Website. Etwas, das er jede Woche braucht, kann eine App rechtfertigen.
Deshalb funktionieren Apps von Banken, Fahrplänen und Lieferdiensten – und deshalb liegen die Apps von Handwerksbetrieben, Restaurants und Kanzleien nach drei Monaten ungenutzt auf dem Gerät.
Wann eine App sich lohnt
Meist trifft dann mindestens einer dieser Punkte zu:
- Ihre Nutzer kommen regelmäßig wiederEin Kundenkonto, das wöchentlich geöffnet wird. Ein Mitarbeiterportal für den Außendienst. Wiederkehrende Bestellungen. Alles, was zur Gewohnheit wird.
- Sie brauchen Funktionen des GerätsKamera für Schadensfotos, Standort für die Tourenplanung, Barcode-Scanner im Lager, Mitteilungen, die auf dem Sperrbildschirm landen. Manches davon kann heute auch eine Website – vieles nicht zuverlässig.
- Es muss ohne Netz funktionierenIm Keller, in der Tiefgarage, auf der Baustelle. Wenn Daten dort erfasst und später übertragen werden sollen, ist die App der richtige Weg.
- Sie rüsten Ihr eigenes Team ausDer häufigste sinnvolle Fall, den wir sehen. Nicht die Kunden-App, sondern das Werkzeug für die zwölf Leute im Außendienst – die installieren sie, weil sie damit arbeiten.
Wann die Website reicht
Wenn Ihre Kunden vor allem etwas nachschlagen, Sie erreichen oder einmal etwas beauftragen wollen, ist die Website nicht der Kompromiss – sie ist die bessere Wahl. Sie wird gefunden, funktioniert auf jedem Gerät ohne Installation, und Sie können sie ändern, ohne auf eine Freigabe zu warten.
Auch eine Terminbuchung, ein Kundenbereich mit Dokumenten oder ein Formular mit Datei-Upload brauchen keine App. Das ist eine Web-Anwendung (ab 6.900 €) – dieselbe Funktion, ohne Store und ohne Installationshürde.
Der Mittelweg, den viele nicht kennen
Eine Website kann sich heute wie eine App anfühlen: Ihre Nutzer legen sie als Symbol auf den Startbildschirm, sie öffnet sich ohne Browserleiste im Vollbild, und Grunddaten funktionieren auch ohne Verbindung.
Das kostet einen Bruchteil einer echten App, kommt ohne Store aus und ist sofort aktualisiert. Was fehlt, sind Mitteilungen auf iPhones in vollem Umfang und der tiefe Zugriff auf Gerätefunktionen. Für viele Vorhaben ist das genau der richtige Zuschnitt – fragen Sie danach, bevor Sie eine App beauftragen.
Was eine App wirklich kostet
Die Entwicklung ist der sichtbare Teil: bei uns ab 7.900 € für beide Plattformen aus einer Quelle. Dazu kommen drei Posten, die in Angeboten gern fehlen:
- Die Store-GebührenApple verlangt rund 99 US-Dollar im Jahr für den Entwicklerzugang, Google einmalig etwa 25. Ohne die beiden Konten gibt es keine App – und die Konten sollten auf Ihren Namen laufen, nicht auf den der Agentur.
- Die PflegeApps altern schneller als Websites. Jedes größere iOS- und Android-Update kann etwas brechen, und beide Stores entfernen Apps, die zu lange nicht angepasst wurden. Rechnen Sie fest mit laufender Betreuung – bei uns ab 149 € / Monat.
- Die FreigabeJede Version wird geprüft. Meist dauert das ein bis drei Tage, bei Ablehnung länger. Was Sie heute ändern, ist nicht heute beim Nutzer – anders als bei einer Website.
Rechnen Sie über drei Jahre, nicht über das erste Angebot. Eine App, die 7.900 € in der Entwicklung kostet, liegt mit Pflege und Gebühren nach drei Jahren eher bei 13.000 bis 14.000 €. Wenn sich das rechnet, ist es eine gute Investition – wenn nicht, war das Angebot nie das Problem.