6 Minuten LesezeitVeröffentlicht am 29. September 2026Von Grischka Nimz & Jean-Michel Nimz
Bevor Sie anfangen
- Nachsehen, ob es schon ein Profil gibtGoogle legt Einträge oft selbst an, aus öffentlich verfügbaren Daten. Suchen Sie Ihren Betrieb in Google Maps. Gibt es ihn schon, übernehmen Sie den Eintrag – Google bietet dafür direkt im Eintrag einen Link für Inhaber an –, statt einen zweiten anzulegen.
- Ein Google-Konto für den BetriebLegen Sie das Profil mit einer E-Mail-Adresse des Betriebs an, nicht mit dem privaten Konto eines Mitarbeiters. Und tragen Sie eine zweite Person als Verwalter ein – sonst hängt der Zugang an einem einzigen Menschen.
- Name, Adresse und Telefonnummer festlegenGenau so, wie sie auf Ihrer Website, im Impressum und in Verzeichnissen stehen. Weichen die Angaben voneinander ab, ist sich Google nicht sicher, ob es sich um denselben Betrieb handelt.
Die Einrichtung Schritt für Schritt
Angelegt wird das Profil unter business.google.com. Diese Angaben entscheiden, wann und wo es erscheint:
- NameDer echte Name Ihres Betriebs, wie er auf Schild und Briefpapier steht – ohne Zusätze wie „günstig“ oder „Freiburg“. Suchbegriffe im Namen verstoßen gegen Googles Richtlinien und können das Profil kosten.
- KategorieDie wichtigste Einstellung überhaupt. Wählen Sie als Hauptkategorie die genaueste, die Google anbietet, und ergänzen Sie weitere für Nebenleistungen. Ein Heizungsbauer ist mit einer allgemeinen Kategorie schlechter bedient als mit der passendsten.
- Adresse oder EinzugsgebietKommen Kunden zu Ihnen, zeigen Sie die Adresse. Fahren Sie zu den Kunden, geben Sie stattdessen Ihr Einzugsgebiet an und blenden die Adresse aus. Ein Postfach oder eine reine Briefkastenadresse ist nicht erlaubt.
- BestätigungGoogle will sicher sein, dass es Sie gibt: per Post, Telefon, E-Mail oder mit einem kurzen Video von Betrieb, Fahrzeug oder Werkzeug. Welche Wege angeboten werden, entscheidet Google.
- Öffnungszeiten, Telefon, WebsiteVollständig und aktuell – samt Feiertagen und Betriebsurlaub. Wer vor verschlossener Tür steht, schreibt selten eine gute Bewertung.
- Leistungen, Beschreibung, FotosBeschreiben Sie in eigenen Worten, was Sie tun und für wen – bis zu 750 Zeichen. Laden Sie echte Fotos hoch: Team, Fahrzeuge, Werkstatt, fertige Arbeiten. Symbolbilder erkennt jeder.
Bewertungen: der wichtigste Hebel
Bewertungen entscheiden mit darüber, wer in der Karte oben steht – und vor allem, wer angerufen wird. Die meisten zufriedenen Kunden bewerten gern, sie kommen nur nicht von selbst darauf.
Bitten Sie deshalb nach jedem abgeschlossenen Auftrag darum, am besten persönlich und mit dem direkten Bewertungslink, den Google Ihnen im Profil zum Teilen anbietet. Und beantworten Sie jede Bewertung, auch die kritischen: sachlich, freundlich, ohne Rechtfertigungsschleifen. Die Antwort lesen die nächsten Kunden mit.
Was dabei nicht erlaubt ist:
- Gekaufte BewertungenAuch keine Bewertungen von Freunden oder Mitarbeitern, die sich als Kunden ausgeben. Das verstößt gegen Googles Richtlinien und in Deutschland gegen das Wettbewerbsrecht.
- BelohnungenKein Rabatt und kein Gutschein für eine Bewertung – schon gar nicht für eine gute.
- Nur die Zufriedenen fragenGoogle untersagt, gezielt nur die Kunden anzusprechen, von denen Sie fünf Sterne erwarten. Fragen Sie alle.
Die häufigsten Fehler
- Zwei Profile für denselben BetriebOft entsteht eines automatisch und eines von Hand. Das zweite verteilt Ihre Bewertungen und verwirrt Google. Doppelte Einträge lassen sich als Duplikat melden.
- Eingerichtet und vergessenAlte Öffnungszeiten, unbeantwortete Bewertungen, Fotos von vor fünf Jahren. Dazu kommt: Andere Nutzer können Änderungen vorschlagen, und Google übernimmt manche davon, wenn Sie nicht reagieren. Schauen Sie einmal im Monat hinein.
- Ein Büro, das keins istEine Coworking- oder Geschäftsadresse, an der Sie nie sind, verstößt gegen die Richtlinien – außer, dort ist zu den angegebenen Zeiten tatsächlich jemand von Ihnen anzutreffen.
- Unterschiedliche Angaben im NetzEine alte Telefonnummer im Branchenbuch, ein anderer Firmenname auf Facebook. Gleichen Sie die Einträge einmal ab – das ist mühsam, wirkt aber.
Profil und Website: zusammen stärker
Das Profil verweist auf Ihre Website, und die Website sollte zum Profil passen: derselbe Name, dieselbe Adresse, dieselbe Telefonnummer, im Fuß jeder Seite und im Impressum. Zusätzlich können die Firmendaten maschinenlesbar im Quelltext der Website stehen. Das hilft Google, Profil und Seite demselben Betrieb zuzuordnen.
Eine eingebettete Google-Karte auf der Website ist dagegen keine gute Idee: Sie lädt ohne Zustimmung Daten von Google. Ein Foto Ihres Eingangs mit einem Link „Route planen“ tut denselben Dienst.
Wenn Sie das lieber abgeben: Bei uns gehört das Einrichten des Profils zum SEO-Start (ab 690 €), die laufende Pflege samt Antworten auf Bewertungen zur SEO-Betreuung (ab 199 € / Monat).
Legen Sie das Profil erst an, wenn Name, Adresse und Telefonnummer feststehen. Ändern sich diese Angaben später, kann Google den Betrieb erneut prüfen wollen.