6 Minuten LesezeitVeröffentlicht am 5. September 2026Von Grischka Nimz & Jean-Michel Nimz
Zuerst prüfen: ist die Seite überhaupt im Index?
Geben Sie bei Google `site:ihredomain.de` ein (ohne Leerzeichen nach dem Doppelpunkt). Was Sie sehen, sind die Seiten, die Google kennt.
Wichtig dabei: Diese Abfrage ist unzuverlässiger, als die meisten denken. Google fasst ähnliche Treffer zusammen und zeigt oft nur zwei oder drei Einträge, obwohl zwanzig im Index stehen. Unter den Ergebnissen steht dann ein Hinweis, dass ähnliche Treffer ausgeblendet wurden – erschrecken Sie also nicht über eine kurze Liste.
Die verlässliche Auskunft gibt die Google Search Console. Sie ist kostenlos, Sie müssen einmal nachweisen, dass die Domain Ihnen gehört, und danach können Sie jede einzelne Adresse prüfen lassen: „Ist im Index“ oder eben nicht, mit Begründung.
Die häufigsten Ursachen
- Die Seite ist schlicht zu neuBei einer frischen Domain vergehen oft vier bis zwölf Wochen, bis Google sie ernst nimmt. In dieser Zeit hilft Geduld mehr als jede Maßnahme.
- Google weiß nicht, dass es die Seite gibtEine Sitemap – eine Liste aller Adressen – gehört in die Search Console eingereicht. Ohne sie findet Google zwar meist trotzdem, aber langsamer.
- Die Seite verbietet es selbstEin vergessenes „noindex“ aus der Bauphase oder eine robots.txt, die alles sperrt. Das ist selten, aber wenn es vorliegt, ist es die vollständige Erklärung. Die Search Console sagt es Ihnen deutlich.
- Alle Seiten sagen dasselbeWenn fünf Unterseiten denselben Titel und fast denselben Text tragen, behandelt Google sie als eine. Jede Seite braucht einen eigenen Titel, eine eigene Beschreibung und einen Inhalt, den es so nur dort gibt.
- Es gibt zu wenig zu indexierenEine Seite mit drei Sätzen und einem Bild hat für Google keinen Anlass, weit oben zu stehen. Das ist keine Strafe, sondern schlicht Konkurrenz.
- Kein Google-UnternehmensprofilFür lokale Suchen („Elektriker Freiburg“) ist das Profil oft wichtiger als die Website selbst. Es ist kostenlos und in einer Stunde eingerichtet.
Was Sie heute selbst tun können
In dieser Reihenfolge, weil sie nach Wirkung sortiert ist:
- Google-Unternehmensprofil anlegen und ausfüllenAdresse, Öffnungszeiten, Leistungen, echte Fotos. Der mit Abstand größte Hebel, wenn Ihre Kunden aus der Umgebung kommen.
- Search Console einrichten und Sitemap einreichenDanach jede wichtige Adresse einmal manuell prüfen und zur Indexierung anmelden.
- Um Bewertungen bittenAb etwa fünf Bewertungen fängt Google an, ein Profil im Kartenbereich auszuspielen. Fragen Sie zufriedene Kunden direkt – die meisten machen das gern, kommen nur von selbst nicht darauf.
- Titel und Beschreibungen durchgehenJede Seite: Steht der Ort drin? Steht die Leistung drin? Würden Sie darauf klicken? Das sind die zwei Zeilen, die Google in der Trefferliste zeigt.
Was Zeit braucht
Alles, was mit Vertrauen zu tun hat. Google entscheidet nicht nur, ob eine Seite zu einer Suche passt, sondern auch, ob sie glaubwürdig ist – und das misst es unter anderem daran, wer auf Sie verweist und wie lange es Sie schon gibt.
Für einen lokalen Betrieb heißt das praktisch: Einträge in seriösen Verzeichnissen mit immer derselben Schreibweise von Name, Adresse und Telefonnummer. Der Handwerkskammer-Eintrag, der Verein, den Sie sponsern, der Lieferant, der seine Partner auflistet. Das ist unspektakulär und wirkt langsam, aber es wirkt.
Rechnen Sie mit drei bis sechs Monaten, bis sich etwas messbar bewegt. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen entweder Anzeigen oder etwas, das Ihrer Seite schadet.
Woran es meistens nicht liegt
- Meta-KeywordsGoogle wertet sie seit über fünfzehn Jahren nicht mehr aus. Wenn Ihnen jemand anbietet, „die Keywords zu hinterlegen“, wissen Sie genug.
- Bezahlte Anmeldedienste„Wir melden Sie bei 500 Suchmaschinen an“ – die Anmeldung bei Google ist kostenlos und dauert zwei Minuten. Alles andere ist Geld für nichts.
- Texte, in denen der Suchbegriff dreißigmal vorkommtDas hat vor zwanzig Jahren funktioniert. Heute erkennt Google es und Ihre Kunden auch – letztere hören einfach auf zu lesen.